Und zugleich ist er ein wunderbarer Erzähler: Er erzählt die uralte Geschichte vom
Verschlagenwerden ins Fremde, vom Ankommen im Anderen, wo nichts zueinander passen will,
und gerade deswegen erkennbar wird worum es geht: Erkenntnis und Wahrheit, Lüge und Fiktion.
Auf seinen Bildern kontrastiert, kollidiert das Realistische - man könnte auch sagen; Das Vertraute
oder Wiedererkennbare - mit dem Fiktiven.
Die Protagonisten, die da in Mönsters Arbeiten - irgendwie störend und zugleich geheimnisvoll
belebend - unterwegs sind, kommen aus unserer wirklichen Welt. Doch der Roman-, Film-, Comic-
Erzähler Jub Mönster verschiebt kunstvoll Schauplätze und Schauspieler, so will nichts recht
zueinander passen.
Seine sorgsam ausstaffierten Geschöpfe werden brutal ausgesetzt; so werden
sie - im Heideggerschen Sinne des Geworfen-Seins - zu Irrenden, Wanderern, zu modernen
Nomaden der Existenz, wenn auch jeweils gebrochen durch den ästhetisch-hintergründigen Humor
ihres Schöpfers.

Rainer B. Schossig
Kunstkritiker
Deutschlandfunk