So, wie Jub Mönster uns und unsere Wahrnehmung bei den großflächigen Wandmalereien verführen konnte, so tut er das auch in diesen Arbeiten mit einer geradezu perfekten Geschicklichkeit.
Die Figuren, die noch auf seinen Aquarellen und Gemälden in Begleitung ihres dunklen Körperschatten durchs Bild huschen, sie bewegen sich auf einer Ebene, und zwar der des bemalten Papiers oder der Leinwand.
Die Fläche ist wahr, der Raum, den die Figuren vorstellen, ist eine Illusion, also eine Einbildung. Unser Gehirn allerdings ist nicht in der Lage, beides zusammen zu denken, weil es immer sehen will, was es weiß: dass nämlich ein menschlicher Körper zunächst ein Gebilde im Raum ist. Und ein mit Zetteln beklebtes Papier oder eine mit Zeichen bedeckte Leinwand bleibt eben eine Fläche.
Beides gemeinsam verkraftet unser Gehirn nicht. Oder es schwankt, wird unsicher und führt uns zu falschen Schlüssen. Dieses besondere und raffinierte Verfahren der Collage oder Montage von verschiedenen Bildwirklichkeiten betreibt Jub Mönster mit großer Perfektion und einem leidenschaftlichen Willen, ganz neue Formen oder Verfahren des bildnerischen Ausdrucks zu finden, ohne sein Bekenntnis zur Wirklichkeit als künstlerischem Gestaltungsraum preiszugeben. Damit gehört er nicht zu den Außenseitern, wohl aber zu den bemerkenswerten nicht-marktkonformen Künstlern unserer postmodernen Gegenwart.

Prof. Dr. Bernd Küster
Direktor der Museumslandschaft Hessen
Kassel